Bundestag beschließt Jahressteuergesetz mit höheren Pausch- und Freibeträgen

Der Bundestag hat am
2.12.2022 den
Entwurf der Bundesregierung für ein
Jahressteuergesetz 2022 gebilligt. Nun muss
der Bundesrat dem Vorhaben noch zustimmen.

Zu den
wesentlichen Maßnahmen des Gesetzes zählen:

  • Die Fortführung und
    Verbesserung der Homeoffice-Pauschale:
    Steuerpflichtige können dauerhaft für jeden Kalendertag, an dem sie
    ausschließlich zuhause arbeiten, einen Betrag von 6 € geltend machen
    – ab 2023 maximal 1.260 statt bisher 600 €. Damit sind künftig 210
    statt 120 Homeoffice-Tage begünstigt. Die Regelung gilt auch, wenn kein
    häusliches Arbeitszimmer zur Verfügung steht.

  • Die volle
    steuerliche Berücksichtigung von Rentenbeiträgen ab 2023

    statt ab 2025. Dies ist der erste Schritt, um die sogenannte Doppelbesteuerung
    von Renten zu vermeiden. Der zweite Schritt – die zeitliche Streckung bei der
    Besteuerung der Renten – ist in Arbeit. Diese Regelung wird etwas später
    umgesetzt, jedoch ebenfalls ab 2023 gelten.

  • Die nochmalige
    Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrages um 30
    ab 2023. Beschäftigte können so ihre Werbungskosten
    bei der Einkommensteuererklärung pauschal in Höhe von 1.230 € geltend
    machen.

  • Die Erhöhung
    des Sparer-Pauschbetrags von 801 auf 1.000 €
    pro Jahr
    und des Ausbildungsfreibetrags von 924 auf 1.200
    ab 2023.

  • Die Anhebung des steuerlichen
    Entlastungsbetrags für Alleinerziehende um 252
    auf nun 4.260 €.

  • Verbesserte
    Abschreibungsmöglichkeiten im Wohnungsneubau
    . Dazu wird der
    AfA-Satz für Fertigstellungen ab 1.1.2023 von 2 auf 3 % erhöht. Außerdem wird
    die Möglichkeit zur Sonderabschreibung im Mietwohnungsneubau reaktiviert und an
    besonderen Effizienzkriterien ausgerichtet.

  • Ein verbesserter steuerlicher
    Rahmen bei der Anschaffung privater Photovoltaik –
    Kleinanlagen
    . Das betrifft die Freistellung von der
    Einkommen- und von Mehrwertsteuer.

  • Die Schaffung einer
    Rechtsgrundlage für direkte Zahlungen öffentlicher
    Leistungen
    wie das Klimageld. Das Design des Klimagelds ist
    nicht im
    Jahressteuergesetz
    geregelt.

  • Die Umsetzung einer
    EU-Verordnung zur Einführung eines
    Energiekrisenbeitrags
    . Dadurch können in den Jahren 2022 und
    2023 entstandene Übergewinne von Unternehmen der Erdöl-, Erdgas-, Kohle- und
    Raffineriewirtschaft besteuert werden.

  • Regelungen zur
    Besteuerung der Dezember-Soforthilfe für
    Gas- und Fernwärmekundinnen und -kunden.

Quelle:
BT-Drucks. 20/4729,
Bundesregierung online,
Meldung v. 2.12.2022;
NWB